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Wie wird Rhythmische Sportgymnastik bewertet? Der komplette Leitfaden zu den Noten

¿Cómo se puntúa la gimnasia rítmica? Guía completa para entender las notas
Erfahre, wie in der Rhythmischen Sportgymnastik bewertet wird, und verstehe auf einfache Weise das System, mit dem die Kampfrichter die Übungen beurteilen.


Rhythmische Sportgymnastik ist ein ebenso ästhetischer wie komplexer Sport. Von außen betrachtet kann sie wie eine magische Choreografie wirken, die Akrobatik, Tanz und Musik vereint. Hinter jeder Kür steckt jedoch harte Arbeit und eine genaue Bewertung nach klar definierten technischen und künstlerischen Kriterien. In diesem Artikel erklären wir dir verständlich, wie die Übungen der Rhythmischen Sportgymnastik bewertet werden, sowohl im Einzel als auch in der Gruppe.

1. Warum ist die Wertung so schwer zu verstehen?

Anders als bei Sportarten mit klaren Zielen wie Leichtathletik oder Schwimmen gibt es in der Rhythmischen Sportgymnastik weder Stoppuhr noch Extrapunkte für Schnelligkeit. Die Wertung hängt vom Urteil einer Gruppe spezialisierter Kampfrichter ab, die Schwierigkeit, Technik und Ausdruck bewerten. Grundlage ist daher ein Regelwerk, das in jedem olympischen Zyklus aktualisiert wird: der Wertungscode (Code of Points) der FIG (Internationale Turnföderation), der den Kampfrichtern die Vorgaben für ihre Bewertung vorgibt.

2. Kampfrichtergruppen: Wer bewertet was?

Damit die Bewertung möglichst objektiv und vollständig ist, wird jede Kür in der Rhythmischen Sportgymnastik von zwei unabhängigen Kampfrichtergruppen analysiert. Jede davon ist für eine bestimmte Dimension der Übung zuständig.

Schwierigkeitskampfrichter (D)

Diese Gruppe konzentriert sich auf die technische Komplexität der Kür. Sie bewertet alle Elemente, die die Gymnastin ausführen möchte: Sprünge, Drehungen, Gleichgewichtspositionen, Würfe, Fänge und Geräteführung. Je riskanter und besser kombiniert die Bewegungen sind, desto höher kann die Punktzahl in diesem Bereich ausfallen. Nach oben gibt es bei der Schwierigkeit keine Grenze. Gymnastinnen können deshalb außergewöhnliche Punktzahlen erreichen, wenn sie hochanspruchsvolle Elemente fehlerfrei zeigen.

Ausführungskampfrichter (E)

Diese Kampfrichter analysieren jede Bewegung genau, um technische und formale Fehler zu erkennen: Stürze, Gleichgewichtsverluste, zusätzliche Schritte, unsaubere Fänge, falsche Linien oder Verlust des Geräts. Sie bewerten außerdem Qualität, Sauberkeit und Stabilität bei statischen und dynamischen Elementen. Jedes Detail zählt, und jeder Fehler ebenso.

Laut dem Code of Points der FIG 2022–2024 (der 2025 weiterhin gilt) fließt in diesen Bereich auch der künstlerische Teil der Übungen ein. Dazu gehören die choreografische Gestaltung, die Musikauswahl, die Nutzung des Raums, der Fluss zwischen den Bewegungen und die Stimmigkeit zwischen dem Charakter der Übung und der musikalischen Interpretation. Rhythmische Sportgymnastik ist in vielerlei Hinsicht eine Form der darstellenden Kunst. Daher wird auch bewertet, wie die Gymnastin mit ihrer Darbietung berührt, eine Geschichte erzählt oder Emotionen vermittelt.

3. Was wird in einer Kür bewertet?

a) Schwierigkeit (D)

Die Wertung beginnt bei 0, und für jedes korrekt ausgeführte technische Element werden Punkte addiert.

Im Einzel:

  • Körperliche Schwierigkeiten (DB): Sprünge, Drehungen und Gleichgewichtspositionen.
  • Tänzerische bzw. rhythmische Schritte (S): müssen mindestens 8 Sekunden dauern und abwechslungsreich sein.
  • Risiken und dynamische Elemente mit Rotation (R): Wurf des Geräts, während sich die Gymnastin dreht.
  • Gerätehandhabung (DA): Technik der Geräteführung während der Kür.

In der Gruppe:

  • Die oben genannten, plus:
  • Austausch (ED): Würfe zwischen Gruppenmitgliedern mit unterschiedlichen Fängen.
  • Zusammenarbeit (C): gemeinsame, kooperative Arbeit mit einem oder mehreren Geräten.

b) Ausführung (E)

Die Wertung beginnt bei 10 Punkten, von denen für jeden technischen Fehler etwas abgezogen wird:

  • Stürze des Geräts oder der Gymnastin.
  • Schlechte Fänge.
  • Unnötige Ortswechsel.
  • Ungenaue Geräteführung.
  • Synchronitätsverluste (in Gruppen)

4. Mögliche Strafen

Neben technischen und künstlerischen Fehlern gibt es automatische Strafen, wenn bestimmte Regeln nicht eingehalten werden, zum Beispiel:

  • Überschreiten der Zeit.
  • Gerät oder Gymnastin verlassen den Wettkampfteppich.
  • Unbegründetes Anhalten.
  • Kommunikation mit Trainern oder Teamkolleginnen.
  • Unangemessene Kleidung.

Diese Strafen werden zusätzlich verhängt und direkt von der Gesamtpunktzahl abgezogen, und zwar zusätzlich zu den Abzügen bei der Ausführung.

5. Wie wird die Endnote berechnet?

Einzel:

  • Schwierigkeit (D): Alle gültigen Elemente werden addiert, und es gibt keine Obergrenze für die Punktzahl
  • Ausführung (E): Man beginnt mit 10 Punkten, und es werden Abzüge für technische oder künstlerische Fehler vorgenommen.

Die Endnote ergibt sich aus der Summe beider Teile (D+E).

Gruppe:

  • Schwierigkeit (D): Alle gültigen Schwierigkeiten werden addiert. Ein festgelegtes Maximum gibt es nicht.
  • Ausführung (E): Man beginnt mit 10 und zieht Abzüge ab.

Die Gesamtpunktzahl bzw. Endnote hat keine Obergrenze.

7. Wusstest du schon ...?

  • Jedes Gerät hat spezifische technische Anforderungen, die erfüllt werden müssen.
  • Fehler können mit Abzügen von -0,05 bis -0,70 Punkten oder mehr geahndet werden, je nach Schwere.
  • Auch die Ausbildung der Kampfrichter ist sehr anspruchsvoll. Sie müssen strenge Schulungen und Prüfungen absolvieren, um ihre Lizenz zu behalten.
  • Jeder olympische Zyklus verändert das Wertungssystem.
  • Unangemessene Kleidung wird ebenfalls bestraft.
  • Der Wettkampfteppich misst 13 x 13 Meter, und schon ein leichtes Verlassen der Fläche führt zu einer Strafe.

Fazit

Rhythmische Sportgymnastik verbindet Technik und Kunst, und ihr Wertungssystem spiegelt diese Doppelnatur wider. Auch wenn es am Anfang komplex wirkt, hilft das Wissen um die Kriterien der Kampfrichter dabei, jede Übung noch mehr zu genießen. Jetzt, wo du weißt, wie bewertet wird, wirst du diesen Sport mit ganz anderen Augen sehen!

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